Im Jahr 2008 befassten sich das Tiefbauamt, die Dienstabteilung Verkehr, die Verkehrsbetriebe Zürich sowie der Quartierverein Fluntern mit der Erschliessungssituation des Zoo Zürich. Basierend auf einer umfangreichen Verkehrserhebung wurde zusammen ein Verkehrskonzept erarbeitet, das kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen beinhaltet, die  das Verkehrschaos rund um den Zoo an schönen Sonn- und Feiertagen lindern sollten. Die damals empfohlenen Massnahmen (P+R Irchel mit Shuttlebus, Kombitickets öV/Zoo, Einsatz von grösseren Trams usw.) wurden teilweise erfolgreich umgesetzt.

In den vergangenen Jahren – schon vor der Corona-Pandemie ­– hat sich gezeigt, dass die bis jetzt realisierten Massnahmen nicht genügen. An schönen Wochenenden übersteigt die Nachfrage nach Auto-Parkplätzen das Angebot bei weitem. Die Folge sind intensiver Suchverkehr im oberen Teil von Fluntern und wildes Parkieren, beispielsweise im Wald. Die Verkehrssituation rund um den Zoo hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Dies ist auf die zunehmende Attraktivität des Zoos und – damit einhergehend – die wachsende Anzahl Besucherinnen und Besucher zurückzuführen. In den Jahren 2007 bis 2012 besuchten durchschnittlich 950’000 Menschen pro Jahr den Zoo Zürich, 2014 bis 2019 waren es bereits 1.25 Millionen Besuchende pro Jahr.   

Die Grünen Balz Bürgisser und Markus Knauss hatten ein Postulat eingereicht, das Ende November 2018 vom Gemeinderat mit klarer Mehrheit an den Stadtrat überwiesen wurde. Darin wird ein neues Verkehrskonzept für den Zoo Zürich gefordert, das den öV bevorzugt und die Anwohnenden vor Suchverkehr schützt. In der Folge liess die Stadt in einem partizipativen Verfahren – unter Federführung des Tiefbauamts – ein Verkehrskonzept erarbeiten. Dieses liegt jetzt mit folgenden Schlüsselstossrichtungen vor:

  • Ausbau öV
  • Bündelung Parkierung
  • Verkehrsspitzen glätten

Zum Ausbau öV enthält das Konzept keine neuen Ideen: Zentraler Baustein ist die geplante Zooseilbahn, die den Bahnhof Stellbach mit dem Zoo verbinden wird. Falls sie realisiert werden kann – der Ausgang des Rechtsmittelverfahrens ist unsicher – verschiebt sie den Modal Split zugunsten des öV um lediglich 4 Prozentpunkte (von heute 43% auf 47%). Die zweite im Konzept propagierte Massnahme zum Ausbau des öV stammt aus der Mottenkiste: Die Verlängerung der Tramlinien von der Haltestelle Zoo zum Masoala-Parkplatz. Sie bewirkt kaum eine Verschiebung des Modal Split und wurde bereits 2008 vom Stimmvolk abgelehnt.

Im neuen Verkehrskonzept wird die Bündelung der Autoparkplätze vor der Masoala-Halle vorgeschlagen. Dort ist eine Parkierungsanlage mit 1200 Parkplätzen vorgesehen. Dies erlaubt den Verzicht auf die Nutzung der Parkplätze Dolder und ermöglicht die Aufhebung der Parkplätze an der Zürichbergstrasse Nord und damit die Neugestaltung des Strassenraums beim Zoo. Eine einfache Rechnung zeigt, dass damit das Angebot an Autoparkplätze in der Nähe des Zoo massiv erhöht wird: Jetzt beträgt deren Anzahl 360 (Masoala-Parkplatz) plus 82 (Forrenweidstrasse) plus 130 (Zürichbergstrasse Nord) plus 23 (Klösterli), also insgesamt ca. 600 Parkplätze. Gemäss dem Verkehrskonzept werden es in Zukunft doppelt so viele sein. Es kommt dazu, dass die 210 öffentlichen Parkplätze beim Dolder Bad entlang der Adlisbergstrasse auch in Zukunft als «Überlaufparkplätze» für den Zoo Zürich zur Verfügung stehen werden. Damit ist die im Verkehrskonzept propagierte Bündelung der Parkierung als Etikettenschwindel entlarvt. Da deutlich mehr Autoparkplätze zur Verfügung stehen werden, wird der MIV zum Zoo gefördert.  Dies steht im eklatantem Widerspruch zu den Verkehrszielen und den Klimazielen der Stadt Zürich.

Fazit: Die im neuen Verkehrskonzept propagierten Massnahmen fördern den öV nur wenig, den MIV aber stark. Daher lehne ich es entschieden ab. 

Die Kreispartei 7/8 der Grünen hat neulich eine Petition (Gruene-Petition Zoo) an den Stadtrat zur klimafreundlichen Erschliessung des Zoo Zürich lanciert. Die Unterschriftensammlung läuft bis 1. Mai.